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| Der leere Sockel |
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| Der Roman erzählt die Geschichte des Historikers Erich Hedinger, der an einem Manuskript mit dem Titel „Die Schweiz stirbt“ schreibt und dabei eine völlige Blockade erlebt. Die Krebsdiagnose seines Arztes macht ihm bewusst, dass es nicht die Schweiz ist, die sterben muss, sondern er selbst. Nach einem turbulenten Abend verbrennt er das Manuskript. Da kann er wieder schreiben: nicht die Geschichte der sterbenden Schweiz, sondern die Geschichte seines eigenen Lebens. Bern, Zürich und Paris sind die Schauplätze dieses Romans, in dem versucht wird, zwischen der 68er-Revolte und dem Fall der Mauer einen Bogen zu spannen und die beiden Ereignisse mit der Biographie des Protagonisten zu verknüpfen. |
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| ISBN 978-3-8311-0398-0, Paperback, 236 Seiten, Euro 14,80 / sfr. 26,70 |
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| Leseprobe |
Draußen der Blick über die Stadt, die Dächerlandschaft, die Straßenschluchten. Aus dem Smog brechen die Lichter vereinzelt wie Glutkerne hervor. Am Horizont der Eiffelturm. K sagt, sie habe sich ihn höher vorgestellt. Auf dem Platz unterhalb der Sacré Coeur lassen Kleinhändler mechanische Tauben steigen, die mit den natürlichen um die Wette fliegen. Der Boden ist mit den Traktätchen übersät, die der Mann am Ausgang verteilt hat. K lässt das ihrige auch fallen. Im Square Nadar, einer kleinen Anlage bei der Bergstation des funiculaire, bemerke ich den Sockel eines Denkmals. Er ist leer. Ich trete näher. K folgt mir widerwillig. Auf dem Stein entdecke ich eine Inschrift, die ich nur mit Mühe entziffern kann.
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Au Chevalier de la Barre
Supplicié le 1er juillet 1766
pour n'avoir pas salué une procession.
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Warum dieses Denkmal so nah bei der weißen Moschee? Wer hat die Figur vom Sockel gestürzt? Ich sage zu K, ich wolle der Geschichte dieses Chevalier de la Barre nachgehen. Wenn er eine Prozession nicht gegrüßt habe und deswegen enthauptet worden sei, dann sei seine Geschichte auch meine Geschichte. Aber sie schaut mich nur verständnislos an. |
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